Ilona Weirich - Gesichtspunkte

Ernte, Fülle und Mangel

Im August geht es um die Ernte. Was wir bisher gesät haben, können wir nun einbringen. Die Spreu trennt sich vom Weizen – auch im übertragenen Sinn. Wir können Ideen umsetzen oder aussortieren. Wir können Rückschau halten, was bisher geschehen ist. Und vorausschauen, ob das, was wir nun einbringen ins Leben in unsere Arbeit, richtig ist. Wir müssen gut wirtschaften, ob es irdische Güter oder unsere eigenen Kräfte sind, damit im Winter/Zukunft kein Mangel herrscht.

Fülle und Mangel, das Überbrücken von Gegensätzen ist ein August Thema, aber auch das Thema des Mundes, wie habe ich Dinge verdaut? Was musste ich alles schlucken? Was hat mir gut getan? Was war mir hinderlich? Was habe ich nicht an- oder ausgesprochen?

Im August gibt es meist wenig Wasser. Es herrscht Trockenheit. Das Element der Gefühle (Wasser), weicht der erdigen Trockenheit. Im Juli geht die Energie nach Außen, nun geht die Energie ins Funktionale. Alles was wir tun, muss für etwas dienlich sein. Wie in einem Samenkorn hat der August und die Verdauung zwei Wesenskräfte: das Formale und Ruhige sowie etwas Wildes, nach außen Drängendes. Dies zur Heilung und Reife und zur Reserve, wenn es Mangel gibt.

Mund und Erlebnishintergründe, Gefühlsimpulse

Der Mund steht für das Gefühl für Nahrung: Körper, Aufnahme von fester, flüssiger, feinstofflicher Nahrung und die Verdauung. Liebe geht durch den Magen!

Das Gefühl für Sprache: Geist, Reaktionen, Laut- und Sprachorgan.

Das Gefühl für Liebe: Seele, Verdauung und Verarbeitung von Gefühlen, innere Wunschwelt, Gefühlsschichten, Emotionen, Reaktionen, Leidenschaft, Instinkte, Lebens- und Liebesart, Art der Eigenliebe, begehren und erleben.

Der Mund kann durchaus lügen, die Augen nicht. Deshalb sollten Augen- und Mundausdruck zusammen passen und immer zusammen angeschaut werden. Lachen ist auch eine Druckentlastung, lösen von Innenspannung (befreiend, aggressiv, zynisch, skeptisch, obszön, ironisch, blasiert, herzlich, verzweifelt), es heben sich die Mundwinkel

Weinen hat einen anderen Ausdruck in der Druckentlastung, Erschütterung der Persönlichkeit. Achten Sie auf die Kinnmimik. Hier wird schnell sichtbar, wenn etwas überlegt wird, wenn Muster anspringen.

Der Mund steht für unsere Gefühle in der Psycho-Physiognomik und wie diese Gefühle verdaut werden. Der Magen, der auch am Mundwinkel sichtbar ist über die Patho-Physiognomik, gehört zum Erdelement nach der TCM. Erde und Magen stehen für unsere Heimat, Mitte, Verbundenheit, Bindungsfähigkeit und Zufriedenheit.

Geschmacksrichtungen können auch als Gefühle ausgedrückt werden: sauer, salzig, bitter. Am Mund sehen wir dann Kontrolle, Distanz, Disziplin, Unzufriedenheit, Frustration. Die TCM sagt, dass sich das Bewusstsein einer Krankheit immer an dem passenden Organ Ort manifestiert. In seiner Mitte sein, eine gute Erdung haben und Zufriedenheit spüren.

Über den Geschmack können wir im übertragenen Sinn analysieren, was wir an materieller und geistiger Nahrung in uns hineinlassen. Was bekommt mir, was ist mir nicht wirklich zuträglich. Hier ist unser Forschergeist gefragt und unsere Achtsamkeit.

In diesem Sinne – gute Gefühle und guten Appetit!