Ilona Weirich - Gesichtspunkte

Du siehst aus wie Deine Mutter!

Dem möchte ich mich physiognomisch nähern:

Autsch, möchten wir das wirklich hören? Außer, ja unsere Mutter ist ein bekannter und beliebter Star oder so etwas Ähnliches? In den vergangenen 30 Jahren habe ich wenige Frauen getroffen, die gesagt haben: „Ja, klasse, ich habe die guten Gene meiner Mutter geerbt. Unsere Ahnenreihe, unsere Sippe, steht uns im Gesicht sicht­bar geschrieben.“

Ein Samenkorn wird in die Erde gepflanzt und sofort wird das genetische Programm aktiviert, eben die Informationen, wie die Pflanze aussehen soll, eine gleicht der anderen. Wir haben als Menschen das Glück, dass zu diesen Erbinformationen unser Geist und unsere Persönlichkeit hinzu kommt. Deshalb sehen eben nicht alle gleich aus.

Wie ist es nun mit Talenten, IQ, EQ, Moral, Motivation. Sicher gibt es da die Gene, aber wir haben über das Be-WUSST-sein die Gabe und damit das Glück, uns neben den Genen zu entfalten. Es geht darum, was wir daraus machen. Auch wenn unser Boden nicht optimal war, widrige Umstände in unserem Elternhaus unser Lebenspaket unsern Lebensrucksack vergrößert haben, so haben wir doch die Chance zur Veränderung und Entwicklung.

Vererbung und Anlage sind schon machtvoll, aber nicht übermächtig. Unser Geist formt unsere Einzigartigkeit, deshalb steckt in jeder Form eine Aussage.

So ist in der Psycho-Physiognomik nicht das genetische Programm, die Vererbung wichtig, sondern die EIGEN-ART eines Menschen. Denn dahinter stecken die ganz eigenen Potentiale. Jederzeit ist Veränderung möglich, wenn der Lebensrucksack mal wieder drückt, wir wie unsere Mutter oder Großmutter sprechen, wir nach ihren Glaubenssätzen handeln und das eigentlich zutiefst ablehnen.

Deshalb kann sich unser Gesicht im Laufe des Lebens verändern, auch wenn Grundzüge erhalten bleiben. Durch Kontrolle, Disziplin, Ehrgeiz, Resignation – all diese Muster, es wird sich insbesondere der Mund verändern. Natürlich wünschen wir uns alle Glück und Zufriedenheit, aber die Geschichte unseres Lebens ist eben manchmal anders geschrieben. Wir können sie neu gestalten und es wird einen anderen Aus-druck geben.

Erziehung ist das halbe Leben, dies gibt uns Struktur. Aber ist es auch unsere ganz eigene Struktur? Wir plagen uns vielleicht, wenn wir älter werden damit herum, wer wir wirklich sind. Wir spüren eventuell eine innere Leere durch Ablehnung in der Kindheit etc., die es nun zu füllen gilt, aber mit was? Dem sind wir als Frauen ständig auf der Spur. Muster, Glaubensätze, Zwänge, Ge- und Verbote können wir verändern und so eine neue Rolle in unserem Lebensstück, auf unserer Bühne spielen.

Neue Gedanken dürfen fließen und wir dürfen auch neue Werte zulassen. Denn wir sind die Macht und Autorität in unserem Leben.

Ja, schlau gesagt, aber nicht so schnell getan. Alles ist ein Prozess.

Durch die Interpretation unseres Gesichtes, unserer momentanen Körperspannung und Strahlung können wir mutig unsere Grundanlagen erkennen, hinterfragen, ob wir tatsächlich unser gesamtes Potential leben.

Und der Nutzen, wo liegt der: Wir können besser und klarer mit uns und unseren Mitmenschen kommunizieren. Wir haben ein zusätzliches Tool, um Menschen besser einschätzen zu können. Das Gesicht ist für die Physiognomen die kleinste Bühne der Welt. So können wir einmal hinter die Kulissen schauen und Menschen, in erster Linie uns, ermutigen, echt aufzutreten.

Der 1. Eindruck: Für den gibt es in der Physiognomik die 2. Chance. Sicherlich ist ein gutes Er-SCHEINUNGs-bild immer mit am beruflichen Erfolg beteiligt. Wir wollen doch alle supertoll rüberkommen.

Aber reicht das wirklich aus? Eindruck und Ausdruck liegen, manchmal leider, nebeneinander. Letztlich bleibt etwas, wenn wir gehen – es war spannend und der 1. Eindruck wurde nicht enttäuscht oder aber doch. Sie kennen das.