Ilona Weirich - Gesichtspunkte

Augenblick mal!!

Augenblick – in meinen Vorträgen und in der Ausbildung spare ich die Augen physiognomisch aus. Natürlich haben die Naturelle ideal auch typische Augenformen. So hat ein Ruhenaturell den ruhigen Blick auf das Naheliegende – das Bufett des Lebens. Der Bewegungsmensch hat seinen Blick auf ein Ziel gerichtet und das visionäre Naturell/Empfindungsnaturell schaut in geistige Gefilde und hat den träumerischen Blick. Wenn ich durch meine Augen schaue, so muss das Ruhenaturell eben nach der KRO Ruhe ausstrahlen – odisch Kartoffelbrei, samtig sein. Das Bewegungsnaturell muss dynamisch daherkommen, magnetisch sein, wie ein fester Jeansstoff. Das heliodische Naturell muss wie kühle Seide sein und vibrieren. Sehe ich das nicht, so stimmt etwas mit mir oder meinem Gegenüber nicht. Dann lebt der Mensch nicht sein Naturell, oder ist nicht in seiner Kraft. Aber da wir alle so einzigartig und unterschiedlich sind, finde ich die Blickrichtungen/Möglichkeiten schwierig. Durch meine mediale Ausbildung schaue ich immer in das linke Auge (Gefühlsauge). Dort verändert sich am ehesten etwas.

Ich denke mit dem Herzen zu schauen ist eine Möglichkeit der Sichtweise. Hier nehme ich gern das Bild von Rosina Sonnenschmidt: Das Herz ist sozusagen der Kaiser und als Kaiser hat es eine natürliche Autorität. Es ist das Zentrum des Reiches unseres Körpers. Die Mächtigkeit (Herz) ist im ganzen Land im Organismus, in allen Schichten zu spüren. Allerdings bekommt man den Kaiser selten zu Gesicht. Das Herz muss sich nicht zur Schau stellen, es genügt da zu sein und eine ausstrahlende Energie zu haben. Setz sich der Kaiser prunkvoll in Szene, übt er Macht aus, zeigt sich darin auch eine Schwäche. Damit verliert der Kaiser auch die Bodenhaftung. Herzlos sein, da können wir auch einmal die Gemütsausdruckszone auf der Nase ansehen. Sich auf einen hohen Thron zu setzen – man muss gucken. Etwas auf Herz und Nieren prüfen, herzhaft lachen, innere Werte zu achten. Mit dem Herzen zu schauen – damit dringen wir immer zum Wesenskern vor.

In unserer Zeit ist alles auf den visuellen Sinn ausgerichtet. Wir kommen fast blind auf die Welt und müssen über riechen, schmecken, (besabbern) tasten die Welt erkunden. Gaffer bei Unfällen, Horrorfilme, Internet, da können wir das fühlen ausschalten. Wissen aus 2. Hand, es schwarz auf weiß gelesen, da muss es doch stimmen. Der Sehsinn wird mit dem Intellekt verknüpft. Der Sehsinn lässt sich leicht täuschen. Wir erkennen, was wir erfahren haben.